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Restrukturierung bei bei P&R Transport-Container GmbH wegen dreier Insolvenzanträge von Vertriebs- und Leasinggesellschaften

Bautzen, 26.03.2018

Wegen der Vermögensanlagen:

Direktinvestment in Standardcontainer als sonstige Anlage gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 7 VermAnlG (Angebot Nr. 5001, Datum der Prospektaufstellung: 30.01.2017)

Direktinvestment in Standardcontainer als sonstige Anlage gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 7 VermAnlG (Angebot Nr. 5002, Datum der Prospektaufstellung: 26.04.2017)

Direktinvestment in Standardcontainer als sonstige Anlage gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 7 VermAnlG (Angebot Nr. 5003, Datum der Prospektaufstellung: 07.08.2017)

Direktinvestment in Standardcontainer als sonstige Anlage gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 7 VermAnlG (Angebot Nr. 5004, Datum der Prospektaufstellung: 21.09.2017)

Direktinvestment in Standardcontainer als sonstige Anlage gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 7 VermAnlG (Angebot Nr. 5005, Datum der Prospektaufstellung: 02.01.2018)

meldete die die Emittentin, P&R Transport-Container GmbH, dass ihr gegen die

P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die

P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die

P&R Container Leasing GmbH, jeweils mit Sitz in Grünwald, Forderungen zu stehen.

Die drei genannten Gesellschaften haben am 15.03.2018 beim zuständigen Amtsgericht München jeweils Insolvenzantrag gestellt.

Die P&R Transport-Container GmbH ist ihrerseits Verbindlichkeiten gegenüber der P&R Equipment & Finance Corp. mit Sitz in Zug/Schweiz ausgesetzt. Die Emittentin prüft derzeit Restrukturierungsmaßnahmen.

Aufgrund der Insolvenzanträge der vorgenannten Gesellschaften (P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, P&R Container Leasing GmbH) besteht die Gefahr, dass die P&R Transport-Container GmbH mit ihren Forderungen gegenüber diesen Gesellschaften ganz oder teilweise ausfällt.

Zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen (§ 21 Abs. 1 und 2 InsO) wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Ebenso wurde angeordnet, dass Verfügungen der Insolvenzschuldner nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam sind. Unter diese Anordnung fällt auch die Einziehung von Außenständen. Diese Umstände sind geeignet, die Fähigkeit der Emittentin zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Anlegern auf Verzinsung und Rückzahlung der oben genannten Vermögensanlagen erheblich zu beeinträchtigen. Mit Beschluss des Amtsgerichts München vom 19.03.2018 ist Herr Dr. Michael Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter über die P & R Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH und die P & R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie Herr Dr. Philip Heinke zum vorläufigen Insolvenzverwalter über die P & R Container Leasing GmbH bestellt worden.

Die P & R Transport-Container GmbH hat eine unabhängige, internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, ihr Geschäftsmodell und ihre Geschäftsplanung umfassend zu überprüfen. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Prüfung werden nach Abschluss der Prüfungsarbeiten in einigen Wochen an die Anleger kommuniziert.

Warnsignale: Intransparenz und unglaubwürdige Prognosen Seit Längerem gab es erhebliche Anzeichen, welche die Investoren verunsicherten. Nachdem Warnungen, die Gruppe handele intransparent und es gebe unkalkulierbaren Haftungsrisiken verbunden mit zu unrealistischen Prognosen, zunächst ungehört blieben, folgte Anfang des Jahres der selbst erteilte Vertriebsstopp. Zuvor hatten Container-Anleger keine Mietauszahlungen mehr erhalten und die regulären Rückkäufe der Container durch P&R verzögerten sich.

Wem gehören die Container?

Sinn und Zweck des Geschäftsmodells war es, den Anlegern den Ertrag von erworbenen Frachtcontainern samt Mietgerantie zuteil werden zu lassen, ohne den Anlegern die Contanier auf den Hof stellen zu müssen. Der Eigentumsübergang ohne "Besitz zum Anfassen" ist ab nach dem sachenrechtlichen Bestimmtheitsgrundsatz nur dann möglich, wenn die gekaufte Container ohne weiteres von den sonstigen Containern unterschieden werden können. D.h. es bedurfte in in den Kaufverträgen bestimmter individueller Containerbezeichnungen (vergleichbar mit Fahrgestellnummern bei Autos), mit welchen sie zweifelsfrei indiviualisiert werden konnten.  Stückzahl und Typbezeichnungen reichten nicht aus.

Was ist zu tun?

Anleger, welche noch offene Forderungen haben werden als Gläubiger von den Insolvenzverwaltern angeschrieben. Ein Wettlauf der Anleger ist nicht zu besorgen. Es gilt Ruhe zu bewahren. Was weg ist sowieso weg und kommt durch hektische Betriebsamkeit nicht zurück, egal um nun mit oder ohne Interessengemeinschaft.

Sinn und Zweck von Insolvenzverfahren ist ja gerade, den Wettlauf der Anleger/Gläubiger zu stoppen. Anleger werden ihre Ansprüche aus den garantierten Mietzahlungen für die Container somit vermutlich als Insolvenzforderung zur Insolvenztabelle anmelden können – sie erhalten Post und müssen derzeit – außer bei ihrem Anwalt – bei den vorläufigen Insolvenzverwaltern nicht anrufen.

Abzuwarten ist, ob und inwieweit bereits geleistete Mietzahlung von den Insolvenzverwaltern angefochten und zurückgefordert werden.  Hier dürfte das größte Risiko liegen.  Lieblingsbeschäftigungen von Insolvenzverwaltern sind erfahrungsgemäß die Rückforderungen von Auszahlungen.

Aus unseren jahrelangen Erfahrungen würden die eröffneten Insolvenzverfahren sehr lang dauern.

Verjährung

In der Zwischenzeit kann die Verjährung weiterer Ansprüche auf Rückerstattung des Schadens eintreten. Anlagevermittler wissen dass und verbreiten bis dahin rege "anlegerfreundliche" Betriebssamkeit.

Fehler im Prospekt (Rahmenvertrag) oder in der Anlageberatung können hier Schadensersatzansprüche begründen. Das gilt zum Beispiel, wenn Anleger nicht ausreichend über die Risiken, die mit der Anlage in Zusammenhang stehen, gewarnt wurden.Insbesondere mussten Anlageberater nach langjähriger Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes über den wesentlichen Fakt aufklären, dass ein Eigentumserwerb des "gekauften" Containers mangels Individualisierbarkeit unmöglich ist. 

Dann besteht die Möglichkeit seinen erlittenen wirtschaftlichen Schaden zurück zu erhalten. Wir prüfen gern Ihre Möglichkeiten als Investor.    

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