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Millionen - Betrug durch Internettrading-Handelsplattformen: Nach BaFIN-Warnung verwirklicht sich Betrugsrisiko

Bautzen, 13.03.2019

in deutscher Internetauftritt der Handelsplattform und eine Kundenbetreuung in deutscher Sprache unter Angabe deutscher Telefonnummern bedeuten nicht, dass diese Unternehmen einen Sitz in Deutschland unterhalten.

Die Betreiber der Internet-Handelsplattformen – also die Vertragspartner des Kunden – sind auf den Internetseiten der Handelsplattformen häufig nur an sehr versteckter Stelle genannt, zum Beispiel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. In vielen Fällen sind bekannte Offshore-Briefkastenanschriften als Sitz angegeben. Sowohl die Betreibergesellschaften als auch ihre angeblichen Firmensitze wechseln häufig. Eine Erlaubnis, auf dem deutschen Markt Geschäfte zu betreiben, haben die Betreibergesellschafter in der Regel nicht.

Es besteht ein hohes Risiko, die Rückzahlung der eingezahlten Gelder beziehungsweise die Auszahlung erwirtschafteter Gewinne nicht durchsetzen zu können.

Diese Warnung vom 7.08.2018 hat sich leider nun bestätigt:

Eine Tätergruppe hat mehrere tausend Anleger in ganz Europa via Online-Trading-Plattformen für binäre Optionen, Forex, Kryptowährungen und ähnliche Finanzprodukte um rund 100 Millionen Euro pro Jahr betrogen, berichtete das Bundeskriminalamt Österreich, wie viele Betroffene es gibt, ist noch unklar. Es kooperieren die Ermittlungsbehörden aus Österreich, dem Saarland, Europool sowie Bulgarien und Tschechien unter der gemeinsamen Ermittlungsgruppe "Joint Investigation Teams" (JIT).

Den Anlegern wurden Risiken verschleiert und das ab einer gewissen Höhe Versicherungen gegen einen Totalverlust eintreten würden. Die virtuellen Depots wuchsen nach erste nEinzahlungen auf der Plattform durch mehrere gewonnene Transaktionen rasant an. Den Anlegern wurde aber Auszahlungen der Rendite ausgeredet oder wurden diese nach inszeniertem Totalverlust zu neuen Einzahlungen verleitet, um den erlittenen Verlust wieder auszugleichen. Die Plattformen wurden mit einer Software betrieben, die nicht nur die Kundenverwaltung ermöglichte, sondern auch die Kurse im Sinne der Betrüger beeinflusste, so das Bundeskriminalamt.

Es geht um die Tradder Trading Plattformen XTraderFX, Optionstars, OptionstarsGlobal, Goldenmarkets, SafeMarkets, Cryptopoint, über die ein Umsatz von zumindest 66 Millionen erwirtschaftet wurde, wobei etwa elf Millionen auf Einzahlungen aus Deutschland und Österreich entfallen.

Die Dursuchungen wurden von 28. Jänner 2019 bis 1. Februar 2019 in Sofia vollzogen. Dabei wurden einige Terabyte Daten, Geschäftsunterlagen und ein sechsstelliger Geldbetrag sichergestellt. Es wurden Räumlichkeiten von insgesamt 21 Firmen sowie vier Privatadressen von Verdächtigen durchsucht. Außerdem wurden insgesamt 14 Konten sichergestellt und ein Hauptverdächtiger festgenommen. Dieser befindet sich in Auslieferungshaft nach Österreich.

Binäre oder digitale Optionen sind laut BK hochriskante Termingeschäfte, die Merkmale einer Wette enthalten. Anleger spekulieren auf einen fallenden oder steigenden Kurs. Tritt der vom Anleger prognostizierte Fall ein, so gewinnt er und erhält einen vorher festgelegten Betrag, der typischerweise immer weniger als das Doppelte des eingesetzten Kapitals ausmacht. Tritt der vom Anleger prognostizierte Fall nicht ein, so verfällt die Option als wertlos und der Anleger verliert sein gesamtes eingesetztes Kapital. In der Regel wird bei diesen Geschäftsmodellen mit außerbörslichen Produkten gehandelt.


Rechtsanwalt Jens Reime

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