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Goldaktien der Gold International SE: Anleger bekommen nach Gerichtsurteilen Geld zurück

Bautzen, 28.02.2018

Die Anleger haben unerlaubte Werbeanrufe (Cold Calls) bekommen und aufgrund von Spar- und Reservierungsplänen Gelder an die Gold International SE (AG Düsseldorf HRB 67975) in monatlichen Raten eingezahlt. Sowohl die Vertragsschlüsse als auch die Beratungen hierzu sind fragwürdig. Letztlich untersagte die BaFin mit Verbotsverfügung vom 8.07.2014 das öffentliche Angebot von Aktien dieser Firma, weil kein rechtskonformer Wertpapierprospekt veröffentlicht wurde. Die Kläger unterzeichneten die übersandten Vertragsdokumente schon nicht, so dass das Gericht von rechtsgrundlosen Zahlungen ausging.

Die Gold International SE berief sich einzig auf eine schlüssige Annahmeerklärungen der Kläger durch deren Einzugsermächtigungen. Hierin konnte das Amts- und Landgericht Düsseldorf am Firmensitz dieser Gesellschaft keinen Vertragsbindungswillen erkennen. Dem reinen Realakt einer Zahlung kann allein grundsätzlich kein Erklärungswert beigemessen werden. Zudem ist das „Anlagemodell“ der Gold International SE risikoreicher als börsennotierte Aktien oder Fonds. Die Aktien der Gold International SE werden nirgendwo gehandelt, weil sich keine Bank bereitfand, die vorbörslichen Aktien als Depotstelle anzunehmen. Möglicherweise war das Renditeversprechen von 200.000 % zu vollmundig. Es konnten jedoch bisher keine bilanziellen Gewinne erwirtschaftet werden, so dass mit Totalverlust zu rechnen ist.  

Anleger sollten auszugsweise Risikohinweise aus dem illegalen Wertpapierprospekt zur Kenntnis nehmen von Seiten 17und 18 des illegalen Emissionsprospektes:

(…)

  • es gibt derzeit noch keine weiteren verbindlich beschlossenen Investitionsprojekte der Gold International SE. Hier sind Entwicklungen möglich, die zum ganzen oder teilweisen Verlust des Beteiligungskapitals führen können;
  • nachteiligen und nicht prognostizierten Entwicklungen der Zielunternehmen (bspw. durch Fehlentscheidungen der Zielunternehmen)
  • die Zielunternehmen sind überwiegend junge Unternehmen oder in der Gründungsphase. Sie verfügen häufig nicht über ausreichende Erfahrungswerte in ihrer Branche. Geschäftsideen und -entscheidungen dieser Unternehmen können daher scheitern. Mangels ausreichendem Vermögen droht den Unternehmen ein erhöhtes Insolvenzrisiko, die Beteiligung der Gold International SE an einzelnen oder mehreren Zielunternehmen kann wertlos werden; der Gefahr fehlerhafter Erwartungen und Annahmen
  • die in diesem Wertpapierprospekt enthaltenen Erwartungen und Annahmen sind naturgemäß mit einer Reihe von Unsicherheiten verbunden. Die Erwartungen und Annahmen können fehlerhaft sein und müssen nicht wie geplant eintreten. Statt der prognostizierten positiven Entwicklung der Gold International SE kann sich diese daher auch negativ entwickeln und Verluste erwirtschaften. 
  • Es kann nicht garantiert werden, dass sich ein nennenswerter aktiver Handel mit den Aktien der Gesellschaft ergibt und die Durchführung der Kapitalerhöhung erfolgreich ist.
  • Generell könnte eine Nachfrage der Aktien der Gesellschaft aus einer Reihe von Gründen erheblich gering sein, ohne dass dies in einem direkten Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft steht.
  • Aufgrund einer möglichen starken Konzentration der Anteile auf den Altaktionär ist nicht auszuschließen, dass dieser maßgeblichen Einfluss auf wichtige Beschlussfassungen der Gesellschaft ausüben kann.
  • Generell kann für die Zukunft nicht gewährleistet werden, dass die Gesellschaft Dividenden an die Aktionäre ausschüttet.
  • Durch die Beschaffung eventuell notwendigen weiteren Eigenkapitals, aber auch durch andere Maßnahmen, könnte es zu einer Verwässerung von Unternehmensanteilen der Aktionäre kommen.

(...)

Fazit      Nachdem Anleger per Telefon überrumpelt wurden über Jahre Geld zu zahlen, sollten sie  nach aktueller Sach- und Rechtslage schleunigst ihre Chancen nutzen, ihr gesamtes Geld zurück zu holen, bevor es zu spät ist.   

Rechtsanwalt Jens Reime

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