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Deutsche Goldmanufaktur GmbH – welche Rechte haben die Anleger

Bautzen, 05.02.2019

1. Wer ist die Deutsche Goldmanufaktur und wer stand und wer steht dahinter?
Sie wurde am 3.12.2010 mit Sitz in Landshut unter HRB 9924 gegründet durch die M1 Factoring GmbH unter dem Namen M1 Finanzdienstleistung GmbH. Geschäftsführer waren zu Beginn Herr Tilo Braun und Frau Dr. Horezky. Prokurist war Herr Markus Fischer. Ab 2015 ist nur noch Herr Jens Hestermann aus Mühlhausen Geschäftsführer unter der Firmierung Deutsche Gold Manufaktur GmbH. Gesellschafter ist nunmehr nur noch die Intelligence Financial Division GmbH des Hestermann aus Bad Langensalza. Herr Tilo Braun und Herr Marcus Fischer sind uns noch bekannt von den V+Fonds. Herr Braun war Geschäftsführer der insolventen Metapriori GmbH. Sie war externe AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft im Sinne des § 2 Abs. 5 i.V. mit §§ 1 Abs. 16, 17 Abs. 2 Nr. 1 KAGB mit Sitz in Dresden für die V+ GmbH & Co. Fonds 1 KG, V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG, V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG bestellt. Der Bestellungsvertrag wurde zum 4. August 2015 außerordentlich und mit sofortiger Wirkung gekündigt. Über die Rolle von Jens Hestermann bei den V+ Fonds als Personalberater samt ihrer ehemaligen Goldreserve wird noch zu berichten sein.
 

2. Geschäftsmodell der DGM
Gesellschaftszwecke der DGM ist der An- und Verkauf von Gold sowie das
treuhänderische Halten von Selbigem. In den AGB von 2015 heißt es dazu präziser:

(…)
Die Deutsche Gold Manufaktur GmbH – nachfolgend DGM genannt – ist eine in Deutschland tätige Edelmetallhändlerin. Gegenstand des Vertrages ist der Kauf von Gold nach Bestellung des Käufers. Der Käufer erhält das Eigentum an diesem Gold als
Miteigentumsanteil an einem Sammelbestand. DGM verwahrt das vom Käufer beauftragte erworbene Gold in einer deutschen Bank in versicherten Schließfächern.
(…)


Nach eigenen Angaben sind seit 2016 ca. 500 freie Mitarbeiter für sie tätig. Der Umsatz soll 2016 bei € 1.141.000 gelegen haben bei einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von € 189.909,17. In der Bilanz von 2017 beträgt dieser € 269.830,24.   

3.    Wichtiges für Anleger
Zu den Kosten der Goldsparpläne, welche als Classic und Premium angeboten werden steht dort:

(…)
6.2. Zusätzlich zum Kaufpreis berechnet der Verkäufer dem Kunden einen Aufschlag – nachfolgend „Agio“ – in Höhe von 3 % des Bruttokaufpreises. Für Lager- und Verwaltungskosten (Kosten für die Lagerung, die Versicherung und die Verwaltung) sowie die Quartalsprüfberichte des Wirtschaftsprüfers werden dem Kunden zusätzlich jährlich 2 % zzgl. gesetzlicher MwSt. vom Wert des Goldbestandes des Kunden berechnet. Grundlage für die Berechnung ist der an diesem Tag gültige Verkaufspreis der DGM. Hiervon wird dem Konto des Kunden am 30.06. sowie am 31.12. eines Jahres bzw. an dem jeweils darauffolgenden Handelstag jeweils die Hälfte der Gebühr vom Wert des Goldbestandes des Kunden belastet. Dies erfolgt durch (Teil-)verkauf vom Konto des Kunden. Bei ratierlichen Käufen kann die DGM die Gebühr von der aktuellen Kaufrate einbehalten. Hierzu erteilt der Kunde dem Verkäufer die erforderliche Vertretungsmacht.
(…)


In den AGB vom 25.11.2016 wird dann ein sogenanntes Premium-Vertragsmodell erläutert:

(…)
1. Allgemeines
Der Kunde wählt einen Einmalkaufbetrag in Höhe von mindestens dem 10-fachen der ratierlichen Kaufpreiszahlung aus. Dieser Betrag wird zu Beginn sofort zur Zahlung fällig. Bis zum 36-fachen der ratierlichen Kaufpreiszahlung wird die Zahlung für die anfallende Verwaltung und anfallenden Vertriebskosten verrechnet. Sollte der Einmalkaufbetrag das 36-fache der ratierlichen Kaufpreiszahlung übersteigen, kauft der Verkäufer für diesen Teil des Betrages Gold nach den Allgemeinen Bestimmungen dieser AGB. Beim Premiumkaufvertrag gewährt der Verkäufer dem Kunden während der Laufzeit des Premiumkaufvertrages eine Bonifikation in Höhe von maximal der verrechneten Kosten wie folgt:

Mit jedem ratierlichen Kauf oder einer Sonderzahlung kauft der Verkäufer 20 % mehr Gold als mit der tatsächlichen ratierlichen Kaufpreiszahlung gekauft worden wäre. Ist die maximale Höhe der Bonifikation erreicht, kauft der Verkäufer im Weiteren mit den ratierlichen Kaufpreiszahlungen Gold nach den allgemeinen Bestimmungen dieser AGB. Im Onlineportal kann der Kunde jederzeit den Stand und die Höhe der Bonifikation nachvollziehen. Der Anspruch auf Bonifikation besteht solange der Verwahrungsvertrag besteht.

(…)

Das bedeutet, daß z.B. für einen Käufer mit einer Ratenhöhe von € 100/Monat und einer Ratendauer von 180 Monaten, seine Einmalzahlung von € 3.600 nur dann ebgegolten bekommt, wenn er seine 180 Raten durchhält.  

Zudem sollen die Kunden halbjährlich einen Prüfbericht bekommen:

(…)

9.    Prüfbericht und 6-Augenprinzip
Der Kunde erhält quartalsweise einen Prüfbericht vom Verkäufer und Verwahrer. Die Prüfung der Goldmengen und von deren Feinheit erfolgt jeweils zum Quartalsabschluss eines Kalenderjahres. Der Prüfbericht berücksichtigt jeweils alle
abgeschlossenen An- und Verkäufe jeweils bis zum 25. eines letzten Quartalsmonats. Der Prüfbericht wird im Auftrag des Verkäufers durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellt. Der Prüfbericht wird nach Erstellung zur Einsicht in
das Onlineportal des Verkäufers eingestellt und kann dort vom Kunden eingesehen und ggf. heruntergeladen werden. Beim Zugang zu den Goldbeständen der Käufer müssen mindestens drei Personen anwesend sein. In jedem Fall der Geschäftsführer
der DGM oder eine Person mit Prokura, ein Wirtschaftsprüfer und ein unabhängiger Bankkaufmann oder Rechtsanwalt.

(…)

4.    Handlungsempfehlung
Sollten die Anleger nicht rechtzeitig Ihr Geld, Gold oder Prüfbericht bekommen, muss schnell gehandelt werden. Hier gilt das Prinzip, wer zuerst kommt malt zuerst.
Denn:
(…)
12. Auflösung des Verwahrungsvertrages
12.1. Der Kunde kann den Verwahrungsvertrag mit dem Verkäufer jederzeit durch Abgabe einer entsprechenden Willenserklärung in Textform gegenüber dem Verkäufer ganz oder teilweise kündigen. Der Verkäufer wird in diesem Fall den Voll- bzw. Teilverkauf des Goldbestandes des Kunden veranlassen. Hierzu erteilt der Kunde dem Verkäufer bereits jetzt unwiderruflich die erforderliche Vertretungsmacht. Maßgeblich für die Abrechnung des Verkaufs ist jeweils der auf den Zugang der Kündigungserklärung des Kunden beim Verkäufer folgende 10. oder 25. eines Monats bzw. der darauffolgende Handelstag. Für den Verkauf des Goldes gilt der an diesem Tag gültige Ankaufspreis des Verkäufers. Der Ankaufspreis wird tagesaktuell auf der Website des Verkäufers veröffentlicht. Nach erfolgtem Verkauf des Goldes wird der Verkäufer den hierdurch erzielten Verkaufspreis innerhalb von 14 Tagen auf das Bankkonto des Kunden überweisen.

12.2. Ab einem Mindestbestand von 1000 Gramm Gold kann der Kunde im Falle der Depotauflösung zwischen dem Verkauf des Goldes in dieser Menge und der Lieferung bzw. Selbstabholung des Goldes in dieser Menge wählen. Entscheidet sich der Kunde für die Lieferung des Goldes, hat er die hierdurch zusätzlich entstehenden……
(…)
Das heißt, Kunden, welche kein Kilo Gold mindestens kauften können sich nur Geld auszahlen lassen. Das erinnert doch sehr an eine beliebige variabel verzinste Geldeinlage. Bedenkt man noch, dass der Kilopreis von Gold mit einer Reinheit von 999/1000 seit Januar 2015 bei mindestens € 30.000 liegt, dann haben all diejenigen, welche weniger zeichneten nur eine nach dem Goldpreis nachempfundenen Geldsparanlage gezeichnet mit absurd hohen Kosten.
Jedoch absolut überraschend  und benachteiligend ist die Formulierung, dass die DGM den Ankaufspreis bestimmt.

Im BaFin-Journal vom 28.08.2018 heißt es dazu:
(…)
Grauer Kapitalmarkt
Nicht alle Unternehmen, die auf dem Finanzmarkt tätig sind, werden kontrolliert und stehen unter staatlicher Aufsicht. Anbieter, die keine Erlaubnis der BaFin benötigen und nur wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen, bewegen sich auf einem Marktsegment, das als Grauer Kapitalmarkt bezeichnet wird. Als Anleger sollte man auf Angebote des Grauen Kapitalmarkts nur eingehen, wenn man das Unternehmen kennt und davon überzeugt ist, dass es seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Wie gesagt: Unter der Aufsicht der BaFin stehen solche Anbieter nicht!
Die Angebote am Grauen Kapitalmarkt sind sehr viel¬fältig. Immer wieder entwickeln Anbieter neue Investitionsmöglichkeiten. Man findet zum Beispiel Unterneh-mensbeteiligungen, Genussrechte und andere hybride Anleiheformen, Orderschuldverschreibungen, Crowdfunding, Darlehen mit Nachrangabrede, Direktinvestments (etwa in Holz, Edelmetalle, Minen und Tiere), Gold- und Edelmetallsparpläne sowie Kauf-und-Rückvermietungs-Verträge (Sale-and-Lease-Back). Häufig gestalten Anbieter ihr Geschäftsmodell bewusst so, dass sie einer Erlaubnispflicht und Aufsicht entgehen.
(…)

In einem Beitrag vom handelsblatt am 26.01.2019 wird Wolf Brandes, Graumarkt-Experte bei der Verbraucherschutzorganisation Marktwächter Finanzen zitiert:
 „Gold wirft keine Zinsen und keine Dividenden ab.“ Wer beispielsweise 2011 zum Kurs von rund 1.900 Dollar pro Feinunze eingestiegen ist, hat bis heute einen zweistelligen Verlust im Portfolio“.
Und dabei sind die Einkaufs- und Verwaltungskosten bei Goldsparplänen schon nicht berücksichtigt.  

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