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Betrugsermittlungen wegen Sparpiloten.ch: Anlegerinteressen bündeln

Bautzen, 31.07.2020

Diese Domain sollte man lieber nicht mehr aufrufen, wenn man sich keine Schadsoftware auf den Rechner laden möchte. Genauso klar ist auch, dass die Festgeldkonten, welche die Mitarbeiter einer Elektronik Service AG anboten sowie die vorgeblichen Kooperationen mit Banken in ganz Europa Fake sind. Die Anleger stiessen jeweils offenbar über das Internet auf die Homepage der Sparpiloten (www.sparpiloten.ch). In der Folge kommunizierte man mit angeblichen Mitarbeitenden der Sparpiloten über E-Mail, bzw. die Anleger führten mit diesen zumindest teil weise auch Telefonate zur Sondierung von Anlagemöglichkeiten. Gemäss der Homepage und weiteren Unterlagen, die die Anleger von den sogenannten Sparpiloten erhielten, wurde vorgegeben, es handle sich bei den Sparpiloten um ei- ne Marke der Elektronik Service AG. Diese Gesellschaft sei 1960 in der Schweiz, St. Gallen, gegründet worden und habe sich ursprünglich mit dem Handel von Kommunikationssystemen beschäftigt. Durch eine Umstrukturierung im Jahr 1981 habe sich das Tätigkeitsfeld geändert, und die Elektronik Services AG vermittle seither Finanz- und Anlageprodukte. Seit 2019 habe sich die Gesellschaft auf Fest- und Tagesgelder spezialisiert. Man habe die Anbindung zu über 100 Partnerbanken europaweit und könne somit den Kunden das Beste bieten: Hohe Zinsen, sichere Renditen und eine erstklassige Finanzberatung Die Sparpiloten boten verschiedene Anlagemöglichkeiten an, so Anlagen in Festgelder und Tagesgelder, in Fondsanteile und in Aktien. Die Mehrheit der Anleger investierte in sogenannte Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten (zwischen 3 und 36 Monaten) und zu verschiedenen Zinssätzen (soweit ersichtlich zwischen 2,05% und 4,50%). Die verschiedenen Ein Teil der Anleger schloss zwei oder mehrere Festgeldverträge ab. Soweit ersichtlich ist den jeweiligen "Verträgen", ob Festgeldanlage, Aktienkaufvertrag oder den Vertrag über den Kauf von Fondanteilen, ein Vermerk angebracht, wonach alles zu "100% abgesichert durch EU Einlagensicherung" sei.   Insgesamt ergibt sich, dass die den Anlegern mitgeteilten Bankverbindungen grundsätzlich laufend ausgewechselt wurden: Es gab Überweisungen auf Konten bei portugiesischen Banken, ein Konto bei der Bankinter S.A., Lissabon, auf ein Konto, liegend bei der Banco Comercial Portuques Millenium bcp., Porto und  und auf ein Konto, liegend bei der Banco BPI S.A. Ebenso erfolgten Zahlungen von Anlegern auf englische Banken, wie z.B. bei der Barclays Bank UK PLC und auf ein Konto bei der HSBC Bank PLC und auf ein Konto bei der spanischen CAIXABank S.A. der schwedischen Svenska Handelsbanken AB.  Nach den jeweiligen Überweisungen konnten die Anleger die Sparpiloten offenbar nicht mehr erreichen.  Die staatsanwaltlichen Ermittlungen laufen bereits.

Interessanterweise ist die Domain sparpiloten.ch in Deutschland registriert und hat die IP Adresse 217.160.0.127.  Die mutmaßlichen Täter sind also in Reichweite der deutschen Justiz und es wird bereits ermittelt. Die Stiftung Warentest schrieb schon am 21.04.2020:

(…)

Das Portal Sparpiloten lockt Kunden mit hoch­verzinsten Fest­geld­verträgen von europäischen Banken. Die Banken wissen nichts davon. Wir schildern, wie dreist Finanz­vermittler vorgehen – und warum wir das Angebot auf unsere Warnliste Geldanlage setzen. 6,9 Prozent für Fest­geld – das kann nur unseriös sein Die Falsche – nämlich ausgerechnet eine Redak­teurin von Finanztest – hatte sich ein Vermittler einer Schweizer Firma ausgesucht, um ein vermeintlich hoch attraktives Fest­geld an die Frau zu bringen. Unaufge­fordert rief er an und bot ihr für ein zweijäh­riges Fest­geld 6,9 Prozent Zinsen pro Jahr an. Normal sind für ein zweijäh­riges Fest­geld im Moment höchs­tens 0,9 Prozent im Jahr. Das konnte nur unseriös sein!

(…)

https://www.test.de/Festgeld-Sparpiloten-sind-gefaehrlich-5601358-0/  

Wichtig für die Anleger ist Eines: Es gibt mehrere Wege gemeinsam die angelegten Summen zurück zu holen. Insbesondere die Banken der Anleger müssen jetzt für ihre Compliance-Fehler haftbar gemacht werden.  Wir vertreten bundesweit Anleger und haben uns auf die zivil- und strafrechtliche Aufarbeitung spezialisiert.  

Rechtsanwalt Jens Reime

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