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Anleger der 3 V+ GmbH & Co. Fonds bekommen Recht: 2x LG Dresden, AG Weißenburg, LG Görlitz und LG Berlin urteilen Schadensersatz zugunsten der V+ Anleger aus

Bautzen, 22.09.2017

Die Fälle

Verklagt wurden Anlageberater als auch die Kompelenärinnen der Fondsgesellschaften. Die Anlageberater, welche für die Initiatoren der V+ Fonds tätig waren, sind von sich aus auf die Kläger zugegangen und haben empfohlen, ihre bestehende Renten- oder Kapitallebensversicherung oder den Bausparvertrag zu verkaufen oder zu kündigen, um die V+ Beteiligung finanzieren zu können. Dabei wurden höheren Renditen behauptet ohne darüber zu belehren, dass die bisherige gesetzliche Mindestverzinsungen der Lebensversicherungen sicher war und deren Rückkaufswerte gg. die Insolvenz des Versicherers abgesichert war.

So ist ein Beratungsfehlerfehler in der Anlageberatung schon darin zu sehen, dass nicht auf das erhöhte oder hohe Risiko dieser V+ Beteiligung hingewiesen wurde. Hierbei handelt es sich um sog. Blindpools, bei denen die Investitionsziele bei Unterschrift des Anlegers noch nicht feststehen. Zudem besteht erhöhtes Bonitätsrisiko, durch Kleinsparer bzw. Ratenzahler, weil diese im Laufe der Zeit das Vertrauen in den Fonds verlieren oder sich bei ihren finanziellen Möglichkeiten die nächsten Jahre übernommen haben. 

Solche Beteiligungen haben immer auch ein Totalverlustrisiko. Darauf wurde nie hingewiesen. Soweit bestehende Verträge mit einer Kapitalerhaltungsgarantie wie eben Renten-, oder Kapitallebensversicherungen, durch eine höchst spekulative Anlage ersetzt wurden, war den Klägern dieses Risiko nicht bewusst. So erfolgte zumeist nicht einmal die rechtzeitige oder gar keine Prospektaushändigung. Der Prospekt ist nur rechtzeitig ausgehändigt, wenn der Anleger auch ausreichend Zeit gehabt hat, den Prospekt zu lesen, zu studieren und gegebenenfalls den Rat eines Dritten einzuholen. Eine Aushändigung nach Vertragsunterzeichnung ist  somit verspätet. Insofern besteht in diesen Fällen ein Schadenersatzanspruch gegen den Anlageberater.

Schon 2011 wurde ein dementsprechendes Urteil gegen den Anlageberater, welcher einen V+2 Fonds empfahl, erstritten. Der Anlageberater wurde darin u.a. verurteilt, dem Anleger die erbrachten Zahlungen  in den Fond zu erstatten. Im Gegenzug musste er diese Beteiligung übernehmen. Damit einher ging die Freistellung des Anlegers von den weiteren Ratenzahlungen. Im Ergebnis hat der Anleger damit dann keinen Verlust gemacht. Aber auch im Wege eines Vergleiches ohne großes Kostenrisiko konnte eine Anlegerin einen Großteil ihres investierten Kapitals retten. Ihre vorzeitig gekündigte Lebensversicherung und ihre Steuerrvorteile hierdurch, waren aber unrettbar verloren.

Die Entscheidungen

Ausgeurteilt wurde Ersatz für bereits geleistete Zahlungen an die Fondsgesellschaften und die Pflicht, die Anleger von laufenden Verbindlichkeiten freizustellen gegen Abgabe des Fondsanteils- die Anleger sind mit Vollstreckung der Urteile raus aus den Fonds.

Rechtsanwalt Reime

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