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Anlegerin gewinnt Prozess vor LG Görlitz wegen Falschberatung

Bautzen, 01.03.2013

Der Fall (Urteil 1.03.2013, 5 O 700/11) führt die Rspr. des LG Görlitz gegen die Anlageberaterin fort, welche für den Verkauf der Fonds verantwortlich war.

Das Gericht hat den Anlageberater vernommen. Er konnte das Gericht nicht davon überzeugen, dass er selbst das fragliche Investment verstanden hatte, bevor er es der Klägerin empfohlen hatten. Im Ergebnis stand für das Gericht fest, dass er dessen Risiken verharmloste und zudem den Emissionsprospekt der Klägerin nicht übergeben hatten. Auch der vorgebliche Hinweis auf ein G.U.B.-Siegel konnte eine Verurteilung der Beklagten nicht verhindern. Die geschädigte Kapitalanlegerin hat ihre Ansprüche an ihren Lebenspartner abgetreten, damit sie selbst als Zeugin über die Vier-Augengespräche aussagen konnte.

Das Gericht wörtlich

(...)

Bei den von der Zeugin ...angegebenen Wünschen, bei ihr auch nicht weiter hinterfragten finanziellen Möglichkeiten, stellt sich die empfohlene Treuhandkommanditbeteiligung wegen des damit verbundenen spekulativen Charakters einer solchen unternehmerischen Beteiligung für das im Raume stehende Ziel einer Altersorge als schon nicht geeignet dar. Solche unternehmerischen Beteiligungen stehen regelmäßig dem Wunsch nach einer sicheren Investmentanlage und Altersvorsorge im Grundsatz entgegen. Soweit Erläuterungen mithilfe des Prospektes erfolgt sein sollen, wurde auf diesen Prospekt allenfalls in einzelnen Teilen hingewiesen, einzelne Seiten des Prospektes vorgestellt. Die Übergabe des Prospektes erfolgte dabei auch erst nach der Unterschriftsleistung

(...)


Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Kommentar:

Wer als Anlageberater Kunden zur Altersvorsorge berät geschlossenen Fondsanteile hierfür empfiehlt und deren Risiken bagatellisiert, muss sich nicht wundern, erfolgreich auf Schadensersatz verklagt zu werden. Eine sichere Altersvorsorge stellen diese Finanzprodukte nicht dar. Erst recht muss auf Verlustrisiken hingewiesen werden. Die versprochenen „Zinsen“ können zudem haftungsträchtige Entnahmen sein.


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Rechtsanwalt Jens Reime

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