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Insolvenz Pro Ventus GmbH: BaFin verbietet Einlagengeschäft

Bautzen, 05.01.2016

Die im unterfränkischen Großostheim ansässige Pro Ventus GmbH, gesetzlich vertreten durch den Geschäftsführer Frank Schwarzkopf ist maßgeblich im Bereich des Handels und Vertriebs von Edelmetallen tätig.

In diesem Zusammenhang bot die Pro Ventus GmbH Anlegern den physischen Erwerb von Silbermünzen an. In den jeweiligen Kaufverträgen verpflichtete sich zugleich die Pro Silber GmbH aus dem schweizerischen Winterthur dazu, die erworbenen Silbermünzen nach Ablauf der Vertragslaufzeit zu einem festen Betrag, der auch den ursprünglich vereinbarten Kaufpreis übersteigen konnte, wieder zurückzukaufen. Nach Auffassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die als Aufsichtsbehörde über die Gesetzmäßigkeit des Finanzwesens in Deutschland wacht, handelte es sich insoweit um ein einheitliches Geldanlagemodell. Das von der Pro Silber GmbH abgegebene Rückkaufsversprechen müsse sich die Pro Ventus GmbH zurechnen lassen, da sie die entsprechenden Gelder des Publikums angenommen habe. Demgemäß kam die BaFin zu dem Schluss, dass die Pro Ventus GmbH ein im Sinne von § 1 Kreditwesengesetz erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft betrieben habe, ohne indes über die dazu nach § 32 Kreditwesengesetz erforderliche Erlaubnis verfügt zu haben. Demgemäß hat die BaFin mit mittlerweile bestandskräftigem Bescheid vom 03.07.2015 der Pro Ventus GmbH die Abwicklung des unerlaubt betriebenen Bankgeschäfts aufgegeben. Praktisch bedeutete dies nichts anderes, als dass die Pro Ventus GmbH verpflichtet wurde, die im Rahmen des Silbermünzengeschäfts angenommenen Gelder an die Anleger zurückzuzahlen.  

Mit Beschluss des Amtsgerichts Aschaffenburg, Aktenzeichen 613 IN 356/15 wurde schließlich zum 01.11.2015 wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Pro Ventus GmbH eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde der in Aschaffenburg ansässige Herr Rechtsanwalt André Zöller bestellt. Ferner wurden die Insolvenzgläubiger aufgefordert, ihre Insolvenzforderungen im Sinne von § 38 InsO bis zum 14.12.2015 bei dem Insolvenzverwalter schriftlich anzumelden.

Angesichts dieser Entwicklungen besteht für Anleger der Pro Ventus GmbH akuter Handlungsbedarf. Sie müssen sich überlegen, ob und wie sie ihre gegenüber der Pro Ventus GmbH bestehenden Forderungen im Insolvenzverfahren bestmöglich geltend machen können. Der Ablauf der Frist zur Forderungsanmeldung hindert Anleger jedenfalls nicht, um die Berücksichtigung ihrer Ansprüche im Insolvenzverfahren nachzusuchen. Daneben stellt sich die Frage, ob geprellte Anleger nicht auch über Schadensersatzansprüche verfügen, die sie, je nach Lage der Dinge im Einzelfall, gegen die bei der Pro Ventus GmbH persönlich Verantwortlichen und/oder den jeweiligen Vermittler geltend machen könnten, der ihnen ein Investment bei der Pro Ventus GmbH schmackhaft machte.

Die auf die bundesweite Durchsetzung der Interessen von Kleinanlegern spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Jens Reime aus Bautzen setzt erfolgreich auf vertiefte und durch die entsprechende Fachanwaltschaft nachgewiesene Kenntnisse im Bank- und Kapitalmarktrecht, eine jahrelange Erfahrung sowie eine professionelle und engagierte Mandantenbetreuung.

Jens Reime

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