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Flex und Fair GmbH: Angekaufte Rückkaufswerte von Lebensversicherungen in non performing loans investiert

Bautzen, 28.12.2016

Totalverlust müssen Anleger einkalkulieren, welche ihre Lebensversicherung an die Flex und Fair GmbH – gegründet im Juli 2010 in Augsburg - verkauften. Schon Ende 2013 beschwerten sich Anleger über ausbleibende Zinsen. Dumm nur dass trotz ausbleibender Zinsen an Altanleger immer noch neue Anleger geworben wurden – Schneeballsystem? Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betruges und Verstoß gegen § 32 KWG gegen die Verantwortlichen. Reichlich kühn war das Geschäftsmodell: Nach Annahme von Rückkaufswerten aus Lebensversicherungen sollten durch bessere Investitionen höhere Zinsen erwirtschaftet werden. Zum Gesellschaftszweck geschrieben steht jedenfalls im öffentlich einsehbaren Handelsregisterauszug (AG Leipzig HRB 27305):

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Erwerb von Forderungen und Waren, Vermittlung von Immobilien und Versicherungen sowie Finanzberatung; Finanzdienstleistungen gegenüber institutionellen Kunden, soweit hierzu eine Genehmigung nach § 34 c Gewerbeordnung jedoch nicht nach § 32 Kreditwesengesetz erforderlich ist, sowie Unternehmens- und Vermögensberatung und Ankauf von Lebensversicherungen.

(…)

Das schien nicht besonders zu laufen, kam doch im April 2012 Folgendes hinzu:

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Internettätigkeiten in Presseportalen, Verwalten von Webseiten, Vermittlung, Gestaltung und Verkauf von Webseiten, Lettershop, SEO-Marketing (search engine optimization) als Dienstleistung für Dritte, Internet-Marketing, Webseitenherstellung und Optimierung, Internetwerbung, Pressearbeit und die Grafikgestaltung von Flyern und Broschüren.

(…)

Dass die Anlegergelder in notleidende Kredite (non performing loans NPL oder besser Bankengiftmüll) investiert werden sollten, dürfte keinem Anleger bekannt gewesen sein. Man kann sich die Anlageberatungsgespräche lebhaft vorstellen, wer will schon Giftmüll haben. Der ehemalige Geschäftsführer und seine freundlichen Anlageberater haben Einiges zu erklären. Die letzte veröffentlichte Bilanz für das Geschäftsjahr 2011(veröffentlich am 31.12.2012) schloss jedenfalls mit einem Jahresfehlbetrag von über einer halben Million Euro.

Jens Reime

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