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Deltoton GmbH und Frankonia AG: Adresse in Mainfrankenpark 17 in Dettelbach ist polizeilich versiegelt

Bautzen, 15.01.2015

Eine länderübergreifende Razzia mit 170 Beamten fand am 18.12.2014 im Betonei in Dettelbach und 25 weiteren Objekten in Bayern(u.a. Starnberg)  und Hessen bei drei Unternehmen statt, welche zur Festnahme der Hauptverantwortlichen der Deltoton GmbH, u.a. der Gebrüder Gerull, geführt haben dürfte.  
Nach Auskünften der Staatsanwaltschaft Würzburg geht es um einen Schaden im zweistelligen Millionenbereich von 30.000 Anlegern wegen des Verdachts der Geldwäsche, Untreue und Betruges. In der Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Würzburg vom 23.12.2014 heißt es:

„Verdacht des Anlagebetrugs in Millionenhöhe - Großeinsatz für Polizei und Staatsanwaltschaft – 26 Objekte durchsucht – Fünf Personen in Untersuchungshaft ….
 Den Beschuldigten liegt zur Last, eine Vielzahl von Kapitalanlegern geschädigt zu haben, die seit Ende der 1990er Jahre eine atypische stille Beteiligung an drei im Landgerichtsbezirk Würzburg ansässigen Gesellschaften erworben haben. Zu diesem Zweck sollen die Beschuldigten im Zusammenwirken mit weiteren Personen eine Vielzahl von Gesellschaften im In- und Ausland gegründet haben, über die in der Folge die von den Anlegern einbezahlten Gelder hin- und hergeschoben wurden, bis diese letztlich entgegen ihrem ursprünglichen Zweck zumindest teilweise den Beschuldigten zuflossen. Hierdurch sollen nach derzeitigem Ermittlungsstand rund 30.000 Anleger geschädigt worden sein. Die Höhe des im Raum stehenden Gesamtschadens dürfte sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg hat Haftbefehle gegen alle fünf Beschuldigten erlassen. Diese wurden im Rahmen der Durchsuchungsaktion bzw. kurz darauf festgenommen und in verschiedene bayerische Justizvollzugsanstalten verbracht. Die Auswertung des umfangreichen sichergestellten Beweismaterials wird voraussichtlich geraume Zeit in Anspruch nehmen.“


Bilanzverluste      Die Deltoton GmbH (AG Würzburg HRB 10217) ist durch formwechselnde Umwandlung aus der Deltoton AG (AG Würzburg HRB 6161) diese wiederum namentlich aus der Frankoniawert AG für Vermögensvermittlung in 2006 entstanden, auf welche zuvor die Frankonia Direkt AG und der Frankonia Sachwert AG in 2004 und 2005 verschmolzen sind. Geschäftsführer war zuletzt der verhaftete M.Gerull, welchem diese Firma zu 94% gehört und der auch Geschäftsführer der CSA Verwaltungs GmbH, der Ring Park Beteiligungs GmbH und der United Fonds GmbH ist.  Die restlichen 6% dieser Firma gehören der schweizerischen Churfiersten Holding Family Office GmbH deren Geschäftsführer ebenfalls Herr M.Gerull aus Starnberg ist. Aufsichtsräte der Deltoton GmbH waren bis Juni 2014 der Anwalt Adolf Bauer, der Hochschulprofessor Dr. Günther Reiter und der Industriekaufmann Volker Gernert. Einzige gesellschaftsrechtliche Beteiligung dieser Firma war zuletzt zu 100% die an der Ring Park Beteiligungs GmbH. Deren eingestelltes Geschäftsmodell war wiederum die 100%-ige Beteiligung an der Fun Car Company GmbH Kfz.-Betrieb und Autohandel in der Regensburger Straße 418a in Nürnberg (Smartcenter).

Nicht verwunderlich ist, dass die letzte Bilanz der Deltoton GmbH nach den Größenklassenkriterien des §267 HGB einer kleinen Kapitalgesellschaft erstellt wurde und nur Finanzanlagen in Höhe von rund  € 7.000.000 auswies. Die gezeichneten und noch nicht geforderten Einlagen der atypisch stillen Gesellschafter hat man jeweils um  € 81.000.000 gekürzt ausgewiesen. Dieses Verhältnis von Einlagen zu Finanzanlagen deutet schon auf einen Totalverlust hin. 

Allerdings dürfte selbst diese Finanzanlage der Deltoton GmbH wertlos sein. In 2012 erwirtschaftete die Ring Park Beteiligungs GmbH einen Bilanzverlust von € 11.485.377,72, wobei es nur Finanzanlagen von € 8.570.659,34 und Sachanlagen von € 159.184,00 gab. Deren einzige gesellschaftsrechtliche Beteiligung an der Fun Car Company GmbH war jedoch schon 2011 wertlos und mit € 365.478 bilanziell überschuldet.

Veruntreuung durch zu lange Annahme von Ratenzahlungen?    Es stellt sich daher die Frage, warum zugunsten der stillen Ratenzahler nicht schon viel eher der Geschäftsbetrieb der Deltoton GmbH eingestellt wurde.

Kein „Sparstrumpf “ sondern unternehmerische Beteiligungen

War das Geld weg, so wie es von den Anlegern an die Deltoton GmbH gezahlt wurde? Einen Anspruch auf Rückzahlung zu 100% gab es nie. Die Anleger können lediglich verlangen, dass ihnen der Wert ihres Anteils ausgezahlt wird. Das verbirgt sich in Wahrheit hinter dubiosen Gewinnversprechen der Vermittler wie Futura Finanz, welche bis August 2004 für die Rechtsvorgängerin Frankonia stille Beteiligungen vermittelte und durch die Südfinanz AG abgelöst wurde.

Das Geld ist nicht weg, es haben nur Andere

Was mit dem verschwundenen zweistelligen Millionenbetrag geschehen ist, werden die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft zeigen.  Ob und wieviel die Anleger hiervon zurückbekommen hängt davon ab, welcher Anteil hiervon durch Straftaten zu Lasten der Anleger erlangt wurde. Falls nicht, bleibt es bei den vertraglichen Regelungen, nach denen  nur der Wert der Anteile bezahlt werden muss. Es gilt immer noch die Unschuldsvermutung.

Warnungen in der Presse

Dies gab es durch die Verbraucherzentralen, Stiftung Finanztest und kapital markt intern schon frühzeitig seit 1995. Das Fachmagazin kapital markt intern warnte in der Aprilausgabe 1995 dass der Prospekt für atypisch stille Gesellschafter der Frankonia Direkt AG für Vermögensvermittlung keine Berechnungen enthält, Teilaussagen falsch sind und in der Dezemberausgabe von 1989, dass der Prospekt der Frankonia Wert AG  „keine positive Anlageentscheidung“ rechtfertigt. Und das Handelsblatt in seiner Onlineausgabe am 1.06.2011 titelte „Olympia-Stars bringen Tausende Anleger um ihr Erspartes“ über die ehemaligen Olymipafechter T.Gerull und E.Bohrmann.

Gebot der Stunde

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Jens Reime

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