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ASBONA GmbH & Co. Fonds 1 KG und ASBONA GmbH & Co. Fonds 2 KG: Private Equity Blindpools für´s grüne Gewissen von Kleinstanlegern

Bautzen, 01.01.2014

Beide Gesellschaften sind geschlossene Fonds im Segment des Private Equity. Die Beteiligungen erfolgten über Kommanditeinlagen ab € 1.000,00 auf Raten und per Einmalzahlungen mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren, welche von einer Treuhänderin, der so genannten ASBONA Treuhand GmbH(Gf. Oliver Kai Bernutz, Bernd Henke), für die Anleger gehalten werden. Ihren Sitz haben die Gesellschaften in Berlin. Die Gesamtzeichnungssummen sollen € 10 bei Asbona 1 und € 20 Millionen bei Asbona 2 betragen

Investitionsplan mit Fragezeichen
Die Fonds sollen schwerpunktmäßig in das Segment erneuerbare Energien investieren und dabei nicht gewerblich tätig werden. Möglich sind Beteiligungen an Unternehmen in dieser Branche genauso wie die Beteiligungen an Managementgesellschaften und Fonds, die in diesem Sektor aktiv sind. Dabei wird auch die Vergabe von Venture Capital in Betracht gezogen. Konkretere Kriterien bieten die Prospekte nicht. Über ein Start- oder vordiversifiziertes Portfolien verfügen die Fonds ebenfalls nicht. Die Laufzeit der Fonds ist bis mindestens Ende 2021 vorgesehen.  Renditen von 5- 6% lassen sich dennoch durch die Erträge aus den beabsichtigten Beteiligungen prognostizieren.

Risiken
Die Prospekte dieser beiden Gesellschaften datieren vom 9.10.2009 und 10.05.2010.  Jeweils auf Seiten 19 bis 35 werden dort umfangreich und detailliert Risiken dargestellt, die nachstehend kurz skizziert werden:

1.      Unternehmerisches Risiko,
2.      Risiko durch Ausbleiben von Gewinnen,
3.      Risiko der gesetzlichen oder gesellschaftsvertraglichen Rechtsfolgen und der fehlenden Einflussnahmemöglichkeiten,
4.      Risiko der wirtschaftlichen Fehlentwicklung,
5.      Risiken der Insolvenz der Fonds,
6.      Risiko der Überzahlung,
7.      Risiko der nicht ausreichenden Erwerbsmöglichkeit,
8.      Risiko der nicht ausreichenden Zeichnung durch Anleger,
9.      Risiko einer langfristigen Verpflichtung,
10.    Risiko der mangelnden Veräußerbarkeit und Handelbarkeit der Beteiligung,
11.    Risiko der Fehlinvestition des eingesetzten Kapitals und das Risiko der nicht gegebenen Einflussmöglichkeit auf die Anlageentscheidung der Fondsgesellschaft,
12.    Risiko der nicht eintretenden Ertrags-/Werterwartungen,
13.    Risiko des Nichteintrittes der Prognose,
14.    Risiko der Entwicklung der Gesellschaften/Beteiligungen und Risiko des mangelnden Einflusses
15.    Risiko eines „Blind Pools“ und der fehlenden Transparenz,
16.    Risikohinweise im Hinblick auf die Konzeptbeteiligten,
17.    Risiko der Erhöhung der Geschäftskosten und der Fondsnebenkosten,
18.    Risiko infolge der Struktur,
19.    Risiken infolge der Laufzeiten,
20.    Wegfall/Veränderung von Geschäftsführung,
21.    Wegfall/Veränderung von Vertriebsverantwortlichen,
22.    Risiko des Wegfalls oder der Veränderung von Personen und Gesellschaften,
23.    Risiken infolge eines eventuellen Auslandsbezuges,
24.    Anlegerrisiko aus seiner Gesellschafterstellung,
25.    Risiko der verspäteten Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens,
26.    Fremdfinanzierungsrisiko,
27.    Die persönliche Haftung des Anlegers gem. §172 Abs. 4 HGB,
28.    Risiko der Änderung der Rechtslage/Rechtsprechung,
29.    Steuerliche Risiken,
30.    Maximalrisiko (Zitat aus Emissionsprospekt)

(…)
Das Maximalrisiko für den Anleger besteht im vollständigen Verlust des für die Vermögensanlage eingesetzten Kapitals sowie der beschriebenen persönlichen Haftung gern. § 172 Abs. 4 HGB, in deren Rahmen der Anleger Verbindlichkeiten aus seinem übrigen Vermögen, das entweder teilweise oder ganz nicht mehr in der in diesem Verkaufsprospekt angebotenen Vermögensanlage gebunden ist, begleichen muss, sowie der Rückzahlung einer Insolvenzanfechtung unterliegender Beträge sowie darin, ggf. gezogene steuerliche Vorteile an die Finanzbehörde zurückführen zu müssen. Des Weiteren, für den Fall, dass eine Kreditaufnahme für den Beteiligungserwerb erfolgt ist, erhöht sich das Risiko für den Fremdfinanzierungsaufwand.
(…)

Fazit
Für Spekulanten mit grünem Gewissen als Depotergänzungen geeignet.

Marktbeobachtung  / Wertung
Kahlschlag bei Lebensversicherungen:  Einer vierköpfigen Familie mit steuerfreien, vor 2004 begonnenen Lebensversicherungen wurde geraten, alle Lebensversicherungen sowie Rister- und Bausparverträge der Eltern und Kinder zu kündigen um die Gelder mit angeblich besserer Rendite zur Altersvorsorge bei diesen Fonds anzulegen.  Prospekte wurde nicht übergeben. Risikohinweise erfolgten nicht.  Aufgrund dieser offenkundig sittenwidrigen Anlageberatung wurde Schadensersatzklage eingereicht.

Missbrauch von Presseerzeugnis statt rechtzeitiger Emissionsprospektübergabe 

Im Rahmen der Anlageberatung vorgelegt wurde ein Auszug aus der Zeitschrift „Der Freie Berater“ („WAHRHEIT!  KLARHEIT! EHRLICHKEIT!) vom II. Quartal 2008 mit der Überschrift „Täglicher Betrug in der Finanzberatung Eine Nation in der Opferrolle“, verfasst von Daniel Shahin (Carbediem GmbH)  sowie ein Ausdruck einer Pressemitteilung vom ZDF vom 11.11.2008 verfasst von Oliver Kumpfert „Risterrente: Fragwürde Versprechen“,  in welchen Kapitallebensversicherungen, Riester- und Bausparverträge kritisiert wurden.  Dies gipfelt in der abgedruckten Frage im Beitrag von Herrn Shahin nach der Höhe der Rente des jeweiligen Lesers, er zum nächsten Aldi Markt gehen und einen Taschenrechner  kaufen und dort die Zahl 0 für die Höhe seiner Rente ablesen solle.  Alternativen zur aufgebauschten Rentenlücke werden dort nicht genannt. Allenfalls der kostenfreie Rat erteilt, alles „wegzukündigen“ was nicht mind. 10% Rendite für den Vermögensaufbau bringt, denn „Sachwert schlägt Geldwert“, „Flexibilität kommt vor Rentabilität“ und „Investition statt Spekulation“.  

So „aufmunitioniert“ und das dürfte wohl Sinn und Zweck dieser Beiträge sein,  brauchte die Beraterin, kraft ihrer Pseudo(aus)bildung, nur noch Produkte suchen, die ihrer eigenen Auffassung nach Alternativen darstellen und das Unheil nahm seinen (provisionsgetriebenen) Lauf.  Nur am Rande seien garantierte Rückkaufswerte und Steuervorteile der bis 31.12.2004 abgeschlossenen Lebensversicherungen oder gar der gesetzliche Einlagen- und Prämienschutz für Bausparkassen und Lebensversicherungen genannt.

Um Missverständnissen vorzubeugen:
Es geht hier nicht darum bestimmte Produkte zu bewerten. Jedoch begründen die Art und Weise, wie diese Produkte an wen verkauft wurden Schadenersatzansprüche gegen Vertrieb und Fondstreuhänder und stellen somit „tickende Zeitbomben“ dar.  

Angebot
Gern prüfen wir auch für Sie die rechtlichen Möglichkeiten, Verwenden Sie bitte unseren Fragebogen zur kostenfreien Kontaktaufnahme. 

Jens Reime

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