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ARUNI RICKMERS, JACKY RICKMERS, SAYLEMOON RICKMERS und NINA RICKMERS Schiffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG insolvent: Schadensersatzklagen für Anleger

Bautzen, 01.01.2012

Für alle vier Gesellschaften wurde Rechtsanwalt Edgar Grönda aus Bremen vom Amtsgericht Hamburg am 12.11.2012 als vorläufiger Insolvenzverwalter bestimmt, da Sanierungsversuche scheiterten. Vorläufige Insolvenz bedeutet, dass derzeit das Vorliegen der Insolvenzgründe Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit geprüft werden und ob wenigstens so viel Vermögen vorhanden ist, dass es noch für die Insolvenzkosten reicht. Es geht leider nicht darum, den Anlegern ihr Geld zurück zuzahlen.

betroffene Fondsgesellschaften:

  • SAYLEMOON RICKMERS Schiffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG
    ( 519 IN 19/12 )
  • ARUNI RICKMERS Schiffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG
    ( 519 IN 20/12 )
  • JACKY RICKMERS Schiffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG
    ( 519 IN 21/12 )
  • NINA RICKMERS Schiffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG
    ( 519 IN 22/12 )




Komplementäre dieser Fonds:

  • EAR Verwaltungsgesellschaft mbH
  • Gründungskommanditisten dieser Fonds:
  • EVT Elbe Vermögens Treuhand GmbH
  • Rickmers Reederei GmbH & Cie. KG
  • ATLANTIC Gesellschaft zur Vermittlung internationaler Investit. mbH & Co. KG
  • Fülles & Fülles Vermögensberatung GmbH
  • Alfred Wagner GmbH
  • Leitz Consulting GmbH
  • Elfte Maritim Invest Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG Rickmers Shipinvest GmbH & Cie. KG
  • Harper Petersen & Co. (GmbH & Cie. KG)
  • ML Schiffsinvest 2 GmbH & Co. KG
  • ML Schiffsinvest 3 GmbH & Co. KG



Ursachen
Infolge des seit Herbst 2008 anhaltenden Verfalls der Charterraten waren die Schiffe in wirtschaftliche Schieflage geraten und konnten ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Die Liquiditätssicherungskonzepte konnten das wirtschaftliche Überleben der Schiffe nicht sichern. Für die Anleger, welche nicht alle prospektierten Ausschüttungen bekamen, bedeutet diese Entwicklung den wirtschaftlichen Totalverlust. Es ist leider hoffnungslos darauf zu warten, dass der Insolvenzverwalter Gelder
zurückzahlt. Im Gegenteil kann es sogar sein, dass er Ausschüttungen zurückfordert. Auch die Fondsgeschäftsführungen müssen keine Briefe mehr verfassen oder Auskünfte erteilen.

Möglichkeiten
Stattdessen können die Anleger nur noch Schadensersatzansprüche geltend machen. Schadensersatz für Anleger bedeutet, gegenüber denjenigen, die für die Prospekte, die Initiierungen und den Vertrieb der Anteile verantwortlich waren, Zahlungsansprüche in Höhe der an die Fonds gezahlten Summen geltend zu machen. Die Anleger sollten das Beste aus ihrer Situation machen und die Erfolgsaussichten ihrer Ansprüche prüfen lassen.Die Aussichten hierfür erscheinen gut, solange Anleger die Verjährungsfristen nicht tatenlos verstreichen lassen. Seit Jahrzehnten stellt der Bundesgerichtshof - das höchste deutsche Instanzgericht - in seinen Urteilen Verhaltens- und Aufklärungspflichten auf. Grundkonsens ist, dass über alle beitrittserheblichen Eigenschaften der Investments aufgeklärt werden muss. Selbstverständlich ist, dass diese Angaben der Wahrheit entsprechen müssen. Dazu gehören:

  • Hinweis auf Totalverlustrisiko, fehlende Eignung zur Altersvorsorge
  • keine jederzeitige Verkaufsmöglichkeiten wegen Mindestlaufzeiten der gesellschaftsrechtlichen Beteiligung, die danach nicht auf einem geregelten Zweitmarkt für "gebrauchte" Fondsbeteiligungen veräußert werden können
  • Informationen über konjunkturell bedingte Risiken schwankender Charterraten wegen massiven Ausbaus der weltweiten Containerflotte
  • Informationen über Verwendung der Anlegergelder sind nötig, damit klar wird, wie viel in die Substanz und wie viel in Kosten und Dienstleistungen investiert wird, Insbesondere müssen Berater ihre Verdienstmöglichkeiten offenbaren, damit jeder Anleger einschätzen kann was seine Versprechen wert sind
  • Informationen über die wahre Natur der Ausschüttungen sind nötig, damit keiner dem Irrtum erliegt, die Ausschüttungen wären Gewinne, haben Kommanditisten ihre Zeichnungsumme in voller Höhe erbracht ist ihre Haftung erloschen, bekommen sie Ausschüttungen zu Zeiten negativer Bilanzen, bekommen sie quasi ihr eigenes Geld zurück und die Haftung lebt wieder auf, darauf wurde so gut wie nie in den Beratungen hingewiesen
  • Informationen über Verflechtungen und Beteiligungen der „Hintermänner“ des Fonds sind wichtig um zu wissen, wo Interessenkonflikte drohen
  • Betriebskosten- und Fremdwährungsrisiko hätte genannt werden müssen, da diese nicht völlig kalkulierbar sind, da von unberechenbaren Faktoren abhängend




Aus vielen Gesprächen mit Anlegern wissen wir, dass insbesondere über Verlustrisiken und Haftungsrisiken regelmäßig nicht informiert wurde. Ausschüttungen wurden wir Sparbuchzinsen beschrieben und die gesellschaftsrechtlichen Eigenschaften einer solchen komplizierten Beteiligung wurde nicht richtig erläutert, weswegen für viele die sich häufenden Fondspost „Briefe mit sieben Siegeln“ sind.

Für Fragen oder Hinweise stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Sie können aber auch unseren Fragebogen für Kapitalanleger downloaden.

Jens Reime

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